Marco Steeger - Autor

Zwischen den Sekunden (24 fps)

Inhalt:

Timo hält es nicht mehr aus. Er fühlt sich für einen Unfall verantwortlich, der das Leben vieler Menschen veränderte. Deshalb flieht er und verlässt Familie, Freunde, Heimat, um zu vergessen und wo anders neu zu beginnen. Am ersten Tag seines „neuen“ Lebens landet er zufällig in den Räumen der Theater-AG. Dort eröffnet sich ihm eine fantastische Welt, in der Sein und Schein ineinander fließen. Völlig begeistert wird er dort aufgenommen, als hätte man nur auf ihn gewartet und auch für ihn scheint der Neuanfang unter einem guten Stern zu stehen. Doch die erschreckende Wahrheit seiner Vergangenheit liegt irgendwo - zwischen den Sekunden - und bricht nun Stück für Stück über ihn herein...

Darsteller:

6 - 12 Darsteller jugendliche Darsteller, Geschlechter teils flexibel

Warum 24 fps?

Die klassischen fünf Sinne des Menschen sind sein Fenster zur Welt. Der Sehsinn ist dabei der wohl wichtigste Sinn, ihm vertrauen die meisten mehr als sämtlichen anderen Wahrnehmungen. Dabei ist das, was vom Auge ins Gehirn gelangt, immer nur ein Konstrukt der Wirklichkeit – eingeschränkt durch persönliche Erfahrungen und durch erlerntes Vorwissen. Wenn wir etwas sehen, gibt uns das ein Gefühl von Einsicht, die wir in Wirklichkeit gar nicht besitzen. Der menschliche Körper hat nun mal seine Grenzen. Und so führt ein vorerst harmlos scheinendes Spiel zu einem Unfall mit Folgen. Eigentlich scheint die Sache klar. Doch oft sind die Dinge eben nicht so, wie sie auf den ersten Blick wirken...

Zu glauben, dass nur das existiert, was man mit eigenen Augen sieht, wäre vermessen, da dieses Sinnesorgan des Menschen „nur“ 24 Bilder pro Sekunde wahrnimmt und dem menschlichen Bewusstsein somit Grenzen gesetzt sind. Wird eine Bildfolge mit mehr als sogenannten „24 fps“ abgespielt, nimmt der Mensch einen Teil der Bilder allerhöchstens unterbewusst war. Diese Bilder formen sich im Gehirn zu einem individuellen „Film“, in dem unlogische und unwichtige Details einfach herausgeschnitten werden. Bei einem filmischen Medium wie „Fight Club“ lässt sich so etwas nachweisen, indem man es in Zeitlupe abspielt, beim Leben funktioniert so etwas nicht. Doch auch hier passieren Dinge, die man nicht sehen kann und jeder Mensch empfindet dasselbe Ereignis völlig anders und individuell. Auch der Zeitfluss wird subjektiv wahrgenommen - was dem einen wie Stunden vorkommt, empfindet der andere viel kürzer - und das, obwohl die Uhr stetig und im gleichen Sekundenrhythmus weitertickt. Genau genommen sind das nur wissenschaftliche Einheiten auf einer theoretischen Zeitlinie – entfremdet von den echten Pulsschlägen des Lebens, die keinen Maßstab benötigen und Zeit und Raum vergessen lassen: Die tiefsten Herzschläge geschehen nun mal „Zwischen den Sekunden“!

Das Stück ist erhältlich beim "Deutschen Theaterverlag" www.dtver.de.

Video: Trailer der Uraufführung

Ein Stück für Jugendliche über Mobbing, Grenzerfahrungen  und die Hoffnung auf ein besseres Leben.